Novelle zum Mietsrechtsgesetz Die Elektrotechnikverordnung 2002/A2 gemäß § 7a sieht vor, daß künftig der Vermieter bei der Vermietung sicherstellen muss, dass die elektrische Anlage der Wohnung den Bestimmungen des Elektrotechnikgesetzes ETG 1992 entspricht. Die Bestimmungen traten mit Wirkung 01.01.2011 in Kraft. Ein Bestandsobjekt mit nicht ordnungsgemäßer elektrischer Anlage gilt als unbrauchbar. Damit wird aus einer Wohnung mit Goldarmaturen und Marmorfliesen in Bad und WC, Gasetagenheizung und ähnlichen Kategoriemerkmalen, durch das Fehlen einer funktionsfähigen, wirksamen Schutzmaßnahme, ein Objekt der Kategorie D, unbrauchbar. Bei falscher Kategoriezuordnung (inkl. dazu passender Miete) kann vom Mieter bis zu drei Jahre rückwirkend ab Klagserhebung die Mietdifferenz zwischen Kategorie laut Mietvertrag und Kategorie D, unbrauchbar, zurück verlangt werden. Die Rechtssprechung, basierend auf dem mieterfreundlichen Mietrechtsgesetz, entscheidet häufig in diese Richtung. Zusammengefasst gilt eine Wohnung hinsichtlich ihrer elektrischen Anlage dann als gefährlich und somit unbrauchbar, wenn die jeweils gültigen Errichtungs- und Betriebsbestimmungen nicht eingehalten sind. Es ist also nicht die Aufgabe des Elektrotechnikers herauszudestillieren, welcher Zustand grundsätzlich gefährlich ist, sondern durch die Vorgaben der SNT-Bestimmungen lediglich zu vergleichen, ob die Anlage mit der als ungefährlich definierten Ausführung übereinstimmt. Gibt es keine Übereinstimmung mit dem in ÖVE-EN 1 Teil 1 bis 4 zum Zeitpunkt der Prüfung definierten Ausführungsstand, dann gilt die Anlage als gefährlich und muß daher negativ beurteilt werden. Was Wird Geprüft Prüfung der Anspeisung Vorzählersicherungen passend zu Wohnungszuleitung Passschrauben der Vorzählersicherungen Kontaktqualität der Neutralleiterklemme Beurteilung von Leitungsmaterial (Ye, YM, YY) und Tragsystem (FX, FXP, AP, andere Tragsysteme) der Wohnungszuleitung Prüfung des Verteilers Verteilerschutzmaßnahme (Nullung, Fehlerstromschutzschaltung,Schutzisolierung Zusatzschutz mit FI-Schalter I Delta N 30 mA, FI-Schalter Kennlinie G wegen Gefriergeräten Schutzart des Verteilers (IPXX) Rückwand des Verteilers Abdeckungen im Verteiler Zugänglichkeit des Verteilers, Auslösezeit FI-Schalter 500 ms bei 1x Betätigungen des Verteilergehäuses und der Abdeckungen, Aderendhülsen bei Leitern mit mehrdrähtigem Leiteraufbau Verteilerbeschriftung Prüfung der Installation in den Räumen Prüfung durch Besichtigung aller Steckdosen und Auslässe und sonstiger Anschlussstelle auf Beschädigungen und mechanisch feste Montage. Messtechnische Prüfung der Niederohmigkeit der Schutzleiterverbindung aller Steckdosen (gilt auch für Kühlschrank, Gefriergerät, Geschirrspüler, Waschmaschine, Mikrowellenherd, usw.), aller Wandauslässe, aller Deckenauslässe und aller Geräteanschlussdosen (z.B. Herd) auf Einhaltung der Ausschaltbedingung der Schutzmassnahme. Nullung (ehemals 1.Nullungsbedingung) mit Messung der Schleifenimpedanz und des Kurzschlussstromes mit geeignetem normgerechten (ÖVE-EN 61557) Messgeräten oder Prüfaufbauten. Messung des Isolationswiderstandes „Anlage gegen Erde“ für jeden Stromkreis, Prüfung der Verbindungen und Verbindungsdosen auf ordnungsgemäße Ausführung, Prüfung Leitungsmaterial/Tragsystem (keine G-Leitungen, keine Ye-Leitungen in Bergmannrohren) Prüfung auf Vorhandensein von Blechdosen, Zusätzlicher Potentialausgleich im Badezimmer, Einhaltung des Schutzbreiches im Badezimmer